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Preisträger 2004 - Kategorie Hörfunk

Beate Hinrichs *

Beitrag:

Wem gehört die Stadt? Über den Verlust des öffentlichen Raumes

gesendet:

WDR 3, 15. September 2003, 53' 45"

Begründung der Jury:

Wie spröde muss der Titel eines Funk-Features sein, damit es öffentlich-rechtlichen Ansprüchen genügt? „Wem gehört die Stadt? Über den Verlust des öffentlichen Raums“ heißt dieses Feature, eine Kooperation von WDR 3, Deutschlandfunk und Saarländischem Rundfunk.

Hinter dem abstrakten Titel verbirgt sich eine lebhafte Reportage über den Konflikt zwischen städtischem Hochglanz-Image und der Ausgrenzung von Minderheiten: Punker, Obdachlose, einkommensschwache Familien auf der einen, „Ordnungspartnerschaftsvertreter“ und Citymanager auf der anderen Seite.

Beate Hinrichs gelingt es auf brillante Weise, den städtischen Konflikt erlebbar zu machen – mit variablen sprachlichen und tontechnischen Stil-Ebenen, anschaulich, atmosphärisch und mit einer Fülle von Originaltönen. Ihr Beitrag verbildlicht Kölner Großstadt-Konflikte, schafft „Kino im Kopf“.

Philipp Walter *

Beitrag:

Reportage-Serie zu den Eishockey Play Offs 2002

gesendet:

Radio Köln, 9., 16. und 21. April 2002, 1' 15", 9' 46", 23' 18"

Begründung der Jury:

Wenn ein Reporter für ein Privatradio und dann auch noch für einen Lokalsender tätig ist, dann wird etwas zur Pflicht, was in vielen anderen Programmen untersagt ist. Besonders, wenn es um Sport geht und ganz besonders, wenn „seine“ Stadt nur einen Verein ins Rennen schickt und der auch noch – gegen alle Erwartungen – in die Schlussrunde einer Meisterschaft kommt.

Dann muss der Reporter eines Lokalsenders Partei ergreifen. Für seine Hörer, die Fans des Vereins und für den Verein. Und er darf das tun, was ansonsten eher verpönt ist: Er darf sehr emotional werden. Unser Preisträger hat das getan.

Als die Kölner Haie im Jahr 2002 auf Platz 6 von 8 Plätzen in die Endrunde der Deutschen Eishockey Meisterschaft starteten, wurden ganz andere Vereine als die Haie favorisiert. Und dann kamen sie in die Endrunde. Das begleitete Radio Köln mit Sondersendungen. Der Reporter war Philipp Walter.

Wenn man sich in Kölner Kneipen einfand, um auf einer Großbildleinwand die Spiele der Haie zu sehen, konnte es passieren, dass Gäste den Wirt aufforderten, den Fernseh-Ton abzudrehen und Radio Köln einzuschalten. Begründung: „Wir wollen Radio Köln sehen“.

Und was sahen die Ohren der Hörer? Viel Sachkenntnis, Liebe zum Eishockey, Liebe zum Radio und Emotionen, wie sie die Fans auch kennen.

Hörer und Reporter am Rande des Nervenzusammenbruchs und im Freudentaumel brachten Philipp Walter dann auch gleich Zeitungsartikel zu seinen Sendungen ein. „Radio am Rande des Wahnsinns“ wurde da zum Beispiel getitelt und beschrieben, wie Philipp Walter selbst zum Stadtgespräch wurde.

Er ist übrigens Schwabe, was die sprichwörtliche Integrationsbereitschaft der Kölner belegt – und wohl auch sein Sprachtalent. Philipp Walter erhält einen der beiden Hörfunkpreise für seine Berichterstattung zum Eishockeywahnsinn, der die Stadt Köln im Jahr 2002 befallen hat und der im Programm von Radio Köln durch ihn ein angemessenes und kundiges Echo fand.

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gestiftet von
Rheinernergie
Kölner Jornalistenschule
* Die Jury hat entschieden, in der Kategorie Hörfunk zwei erste Preise zu vergeben.