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Preisträger 2004 - Kategorie Print

Ismene Poulakos *

Beitrag:

Cut, Neusserstraße

erschienen:

Kölner Stadt-Anzeiger vom 07./08. Juni 2003

Begründung der Jury:

Die Verfasserin entführt ihre Leserinnen und Leser mit allen Sinnen in einen türkisch-deutschen Friseurladen. Neben der Ich-Erzählerin sitzend, lauschen sie den Gesprächen über Politik und Kinderbücher, hören die klappernden Scheren, den Föhn und das leise dudelnde Radio. Sie riechen Haarspray, Färbemittel und Milchkaffee, spüren die kalten Wassertropfen im Nacken, entdecken im Spiegel ihre eigene Verletzlichkeit und lassen den Blick über die Ladeneinrichtung raus auf die belebte Neusser Straße in Nippes schweifen.

Beim Lesen läuft vor dem inneren Auge ein Film mit weiblichem Ensemble, in dem viele Friseurbesuche zu einem verschmelzen, wie man ihn selbst gerne erleben würde.

Der persönlich gehaltene Text, der als Teil der Serie „mein deutschland“ in der Wochenend-Beilage des „Kölner Stadt-Anzeigers“ erschien, überzeugt mit seiner Komposition über mehrere Ebenen und seiner sinnlichen Sprache, aber auch mit seinem überaus lebendigen und lebensnahen Einblick in das Alltagsleben eines in vieler Hinsicht „gemischten“ Kölner Viertels. Die Autorin, selbst Deutsch-Griechin und Bewohnerin des Viertels, erweckt gekonnt einen Mikrokosmos zum Leben, der vom unaufgeregten und pragmatischen Mit- und Nebeneinander verschiedener Schichten und Nationalitäten geprägt ist.

Jens Meifert *

Beitrag:

Abgerechnet wird auf dem Platz

erschienen:

Kölnische Rundschau vom 24. Mai 2003

Begründung der Jury:

Der Report fesselt vom Einstieg weg mit einer drastisch-detaillierten Beobachtung, sprachlicher Brillanz und einem hohen Maß an inhaltlicher Ausgewogenheit. Er ist sehr dicht an Fakten.

Es gelingt dem Autor, aus einem Zwischenfall während eines Kreisliga-Spiels grundsätzliche Ursachen und Motive einer zunehmenden Gewalt in Sport und Gesellschaft abzuleiten.

Obwohl sich die Darstellung nicht aus den Koordinaten „Fußball/Ausländer/Gewalt“ entfernt, setzt sie sich auf mehreren Ebenen mit dem Gewaltphänomen und seinen Konsequenzen auseinander.

Jens Meifert zeigt auf, wie elementare Bestandteile des Sports zerstört werden (kein Schiri-Nachwuchs mehr) und das sportlich-integrative Element des Fußballs ins Gegenteil verkehrt wird.

Dramaturgisch geschickt, einem jederzeit schlüssigen, spannenden inhaltlichen Aufbau folgend, endet der Beitrag mit der erschütternden Schlusspointe eines Betroffenen: „Es sei eine richtig gute Saison gewesen.“

Die Jury schließt sich dem Fazit in leicht abgewandelter Form an:
Es ist eine richtig gute Reportage gewesen!

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gestiftet von
Rheinernergie
Kölner Jornalistenschule
* Die Jury hat entschieden, in der Kategorie Print zwei erste Preise zu vergeben.