Preisträger 2008 - Kategorie Print
Jan Wördenweber
Beitrag:
Serie "Menschenskinder! Jugendgewalt in Köln“ (9-teilig)
erschienen:
Kölnische Rundschau
5. Juni - 27. August 2007
Begründung der Jury:
"Menschenskinder“ ist ein hervorragendes Beispiel für wirklichkeitsgesättigten Journalismus, für eine Herangehensweise, die Wirklichkeit bewältigt und nicht von ihr überwältigt wird.
Jan Wördenweber widmet sich in seiner neunteiligen Artikelserie der Jugendgewalt in Köln, und er tut dies auf wünschenswert nüchterne, überraschend lakonische, sehr gründliche, aber sich nie in Details verlierende Weise.
Gewalt an Hauptschulen, die Haltung der städtischen Ämter und Behörden, Reportagen aus Jugendgericht und Jugendknast, das Porträt eines Streetworkers, der Bericht über Quartiersmanagement von unten – man weiß als Leser sofort: Wördenweber war nah dran, er fördert Drastisches zutage, aber niemals geht es ihm um die Sensation. Er schildert das, was ist – distanziert und zugleich mit Hingabe, mitten aus Köln und doch fernab von Veedel-Heimeligkeit und dem Thrill angeblicher No-Go-Zonen. Engagiert, aber nicht parteiisch, mittendrin und doch den Abstand wahrend.
In "Menschenskinder“ demonstriert Wördenweber einen souveränen Umgang mit den journalistischen Formen, seine Reportagen, Features und Interviews verdichten die zahlreichen Informationen zu stimmigen Gesellschaftsbildern.
Wördenweber beschönigt nichts, malt aber auch nicht schwarz in schwarz. Er zeigt in seinen Porträts und Berichten mögliche Auswege aus der Gewalt, aber er zeigt vor allem, was für ein hartes Stück Arbeit das sein wird. .

