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Preisträger 2010 - Kategorie Pressefotografie

Frank Domahs

Beitrag:

Einsturz des Historischen Stadtarchivs in Köln

erschienen:

4. März 2009 u. a. EXPRESS Köln („So überlebte ich den Einsturz“)
und in weiteren Tageszeitungen, Magazinen und Online-Portalen

Begründung der Jury:

Am 3. März 2009 ist der Fotograf Frank Domahs unterwegs zu einem Job, sein Weg führt ihn über die Severinstraße. Er passiert das Stadtarchiv just in dem Moment, als es einstürzt, nicht auszudenken, was passiert wäre, wäre er nur wenige Sekunden eher auf die Straße eingeschwenkt!
Domahs stoppt, blickt sich um, steht buchstäblich am Rand der Katastrophe. Ein bizarres Bild bietet sich ihm, ein großes Gebäude, das Archiv, ist weg, die angrenzenden Gebäude sind regelrecht zerrissen, Wohnungshälften sind mit in den Abgrund gestürzt.

Plötzlich sieht er einen jungen Mann, der sein Schlaf- und Arbeitszimmer betritt, vielmehr: das, was von seinem Zimmer noch übrig geblieben ist, eine Hälfte ist einfach weg, verschwunden im Bodenlosen, der Mann hat jetzt den Kölner Himmel vor sich. Er tritt an die Kante, nimmt sein Mobiltelefon und telefoniert.

Frank Domahs hält diese Szene fest – ebenso geistesgegenwärtig wie selbst völlig verdattert. Es wird das Bild der Kölner Katastrophe: Überraschung spiegelt sich in dem Bild, Fassungslosigkeit, tiefe Verstörung, das Gefühl (noch nicht das Bewusstsein), gerade noch einem großen Unglück entkommen zu sein. Und dann ein Automatismus: Man nimmt sein Telefon, ruft jemanden an (in diesem Fall die Mutter), berichtet, das etwas Schlimmes passiert sei, aber man selbst sei wohlauf, keine Ahnung, wie es weitergehe.

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